Die Nordhäuser Synagoge wurde im November 1938 während der „Reichskristallnacht“ von den ausführenden Organen der NSDAP zerstört. Im Rahmen des Bundesprogramms „Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie- gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus“ hat die Jugendkunstschule Nordhausen e.V. zusammen mit Jugendlichen aus Nordhausen ein Modell der Synagoge gebaut. Die Gruppe setzte sich aus jugendlichen Besuchern des Club Caritas Nordhausen und Kursteilnehmern der Jugendkunstschule zusammen. Die Teilnehmer warem zwischen 13 und 18 Jahre alt. Das Modell wurde ab Juli 2008 im Rathaus ausgestellt werden. Der Originalstandort der Synagoge am Pferdemarkt erhielt eine Informationstafel mit Bildern und Hinweisen zum Synagogen-Modell.
Das Projekt „Synagoge“ wurde aus verschiedenen Blickwinkeln und Herangehensweisen heraus bearbeitet, um eine abwechslungsreiche und intensive Auseinandersetzung mit der Thematik zu sichern. Die Jugendlichen trafen sich einmal wöchentlich in der Jugendkunstschule, um gemeinsam unter fachlicher Anleitung durch Herrn Stürmer (Theaterwerkstatt Nordhausen) und Herrn Rennebach (Vorsitzender der Jugendkunstschule) das Modell zu konstruieren. Neben dem praktischen Arbeiten wurden die Jugendlichen aktiv angehalten, sich mit der Geschichte des Judentums und der jüdischen Vergangenheit der Stadt Nordhausen zu beschäftigen. In Zusammenarbeit mit der Jüdischen Gemeinde Nordhausen „Schalom“ wurden die Jugendlichen an die Thematik Judentum herangeführt. Insgesamt fanden vier Veranstaltungen in Form von Seminaren statt. Darauf aufbauend ist die Gruppe gemeinsam mit Fr. Iwan und einer Mitarbeiterin des Club Caritas nach Berlin gefahren. In der Hauptstadt war der Besuch des Jüdischen Museums und des Holocaust Denkmals vorgesehen. Die Jugendlichen erkundeten aktiv das Museum und die Gedenkstätte mit museumspädagogischen Elementen. Im Jahr 2009 wird die Projektgruppe die jüdische Gemeinde von Erfurt kennen lernen und dort das Projekt den jugendlichen Gemeindemitgliedern vorstellen. Der Besuch in Erfurt soll die Möglichkeiten eröffnen, sich mit Gleichaltrigen über Religion und Glaube auszutauschen. Eine Stadtbesichtigung und ein gemeinsames Abendbrot runden den Projekttag in Erfurt ab.
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